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Schul-Geschichte

GESCHICHTE
 

Die Darstellung der Schulgeschichte in Mettenberg ist in vier Kapitel eingeteilt, die man hier durch Anklicken wählen kann:
1. Von den Anfängen
2. Vom Schulhaus
3. Von den Lehrkräften
4. Dies und das




1. Von den Anfängen

Die Anfänge eines geordneten Unterrichts in Mettenberg lassen sich lediglich anhand einiger weniger Dokumente erahnen. Sicherheit gibt es da wenig.


1682: Opferwein ist mehr wert als die Kinderlehr
Unterricht wird in Mettenberg – wie anderswo – schon früh und von der Kirche betrieben. Das heißt damals Kinderlehr. Wir wissen davon, weil der Herr Pfarrer für die Kinderlehr insgesamt einen Gulden zur Abrechnung bringt – das ist immerhin ein 1/3 des Betrags, der für den Opferwein im gleichen Zeitraum abgerechnet wird.
Das ist ein erster Beleg für Kinderlehr, die man sich wohl vor allem als religiöse Elementarerziehung vorstellen darf. Dazu werden auch richtige Lehrmittel eingesetzt, wie die Abrechungen in den Folgejahren zeigen; denn da werden neben dem Opferwein eben auch Kinderlehrsach und Kinderlehrbücher zur Verrechnung gebracht.


1740: Schule kostet leider Geld
In diesem Jahr wird von der Herrschaft in Warthausen die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Mettenberg gehört bis 1825 zur Herrschaft Warthausen, also gilt auch hier die allgemeine Schulpflicht, verbunden mit einem entsprechenden Schulgeld. Nicht immer fällt es den Menschen leicht, dieses Schulgeld aufzubringen, vor allem wenn etwas dazwischen funkt.
Ein Beispiel ist das Bittgesuch für Michael Staigmiller vom 22. März 1744, der untertänigst um das Schulgeld für ein armes Schulerknäblen von Mettenberg bittet; denn seinem Vatter [ist] das Haus Verbrunnen. Der Junge haist mit namen Michael Staigmiller, so Georg grim Von Risseckh sein göttet.
Die weltliche Obrigkeit zeigt ein Einsehen, macht Geld locker und Schultheiß Johannes Schmidt lässt kurz vermerken: Dieser Conto ist mit Dankh bezalt. Angewiesen wird das Geld am 23. März von der Warthauser Canzlei und im Verzeichnis der Ausgaben findet sich der entsprechende Eintrag.


1744: Hans Michel macht den Anfang
Noch im gleichen Jahr 1744 findet sich dieser – für Mettenberg epochale – Eintrag in den Akten: „Für Arme Kinder schulgelt dem Schulmeister Hans Michel.“ Damit ist ein erster Lehrer namentlich bekannt.
„Hans Michel“ – deutscher könnte ein Name kaum sein. „Hans“ ist der Vorname, der praktisch eindeutig anzeigt, dass es sich um einen Deutschen handelt. Und der „Michel“ wird später – mit Zipfel- oder Schlafmütze – zum Kennzeichen für Deutschland überhaupt, als „deutscher Michel“.


1748: Schulgeld auf den Tag genau
Die Schule besteht, der Besuch ist Pflicht, die Kinder werden unterrichtet und man nimmt es mit dem Schulgeld ausgesprochen genau. So findet sich etwa am 25. April 1748 folgender Eintrag:
Magdalena Dehlerin Wirtin ihr Bub in dies Schul gangen Von 11 Christmonat bis auf den 6 April macht 16 Wochen belauft 32 Kreuzer.
Johann Rade sein Mädle von 5 Hornung bis auf den 6. April macht 9 Wochen belauft Schulgeld 18 Kreuzer.
Bei aller befremdlicher Schreibung und Sprache wird deutlich, dass hier nicht in Heller und Pfennig, sondern in Gulden und Kreuzer, Woche für Woche genau zwei Kreuzer Schulgeld berechnet wird.

1748: Johannes Dehler lernt armer Kinder Leut
Im gleichen Jahr findet sich ein Eintrag über einen Mesner Johannes Dehler, der in Mettenberg tätig ist. Da zu dieser Zeit Mesner-, Organisten- und Lehrerdienste in aller Regel von einer Person versehen wurden, wundert es nicht, wenn im gleichen Jahr zu lesen ist: „dem Schulmeister Johann Dehler für Lernung armer Kinder Laut schein zahlt 3 Gulden 32 Kreuzer“. Ein zweiter Schulmeister ist damit namentlich bekannt.
Doch von diesen beiden Lehrern wissen wir nicht viel mehr als dass sie existiert haben. Erst über spätere Lehrer erfährt man mehr und kann sich ansatzweise ein Bild machen.


1793: Johann Georg Weber, das erste nachgewiesene „Eigengewächs“ aus Mettenberg
Am 27. Mai 1775 wird Johann Georg Weber in Mettenberg geboren und ab 1793 ist er in seiner Heimatgemeinde Lehrer und Mesner tätig.
Der Schulinspektor Herderer aus Biberach bzw. Untersulmetingen teilt der Ortsschul-Behörde in Mettenberg 1840 folgendes mit:

Seit dem am 7. August des Jahres erfolgten Tod des dortigen Schulmeisters Weber und seit erfolgter abschlägiger Resolution des katholischen Kirchenrats vom 5. Mai des Jahres auf die Bitte der hinterlassenen Witwe des Schulmeisters ... auf Überlassung des Dienstes ihres verstorbenen Mannes auf ein Jahr, ist die dortige Schulen-, Mesner- und nun auch Organisten-Stelle vakant, und soll dem Schulgesetze gemäß definitiv mit einem Schulmeister bald wieder besetzt werden.




2. Das Schulhaus

2.1 Vom ersten Schulhaus
Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert ist das Vorhandensein eines ersten Schulhauses belegbar. Es liegt von 1769 eine Rechnung vor und zwar für folgende Reparaturen: an dem Kierch hoff gater und bey dem schulhaus den Haus gang belegt, schwein stall gemacht und die Trigen aus bösert.
Das hält nicht allzu lange vor. Bereits 1783 findet sich in den Akten die Anmerkung, dass in Möteberg das Mesner-Haus in mehrfacher Hinsicht reparaturbedürftig ist; aufgezählt werden:
1) ein Camin schoß
2) Keller fale sambt geställ
3) ein fenster in die Küche, weil es (...) ist
4) Dem Giebel mit breter beschlagen Rügel Holz so faul ist hinaus thuen
5) Das Dach umschlagen
6) ein stuckh garten Zaun Ney zu machen.
Bei der Plünderung und Brandschatzung des Dorfes durch die Franzosen am 9. Mai 1800 wurde auch das Schulhaus angezündet. Es brannte ab.


2.2. Vom zweiten Schulhaus
Im Jahr 1803 wurde ein neues Schulhaus erbaut. Vermutlich handelt es sich dabei um das Gebäude, das bis 1965 als Schule gedient hat und etwas unterhalb der Kirchenmauer heute noch steht, wenn auch in sehr verbessertem und ausgebautem Zustand.
Die Beschwerden über den Zustand des Schulhauses und die Belege über immer wieder nötige Ausbesserungen ziehen sich durch alle Akten hindurch. Der – mehr oder weniger dürftige – Zustand des Schulhauses, das die Lehrerwohnung mit einschloss, ist ein Dauerthema über mehr als 150 Jahre.
1840 wird Mettenberg aufgefordert, die nötigen Voraussetzungen für die Neubesetzung der Lehrerstelle zu schaffen, das heißt das Schulhaus muss in kürzester Zeit repariert werden.
Dazu gibt es einen Kostenvoranschlag; sieben Seiten lang wird zusammengestellt, worin die notwendigen Reparaturen bestehen; die Gesamtsumme beläuft sich auf 237 Gulden und 11 Kreuzer.
Das Schulhaus ist ganz offensichtlich in keinem guten Zustand. Die Giebelseite gegen Abend ist ganz schadhaft, der mit Brettern vertäferte Giebel ist wegzuschaffen … Es sind an der ganzen hinteren Seite die Riegelböden, die aufrecht gemauert sind und sich in einem schlechten Zustand befinden, liegend auszumauern … Im 3. Stock sind in drei Zimmern nun Fußböden zu legen, ob der Wohnstube, ob der Küche und ob dem Schulzimmer … Der Stubenofen ist ganz schadhaft und sollte ein eiserner an seiner Stelle gestellt werden, im Gewicht von 200 Pfd. Im November des gleichen Jahres wird der Abschluss der Renovierung vermeldet und der neue Lehrer kann kommen.
In einer Zusammenstellung der Einkommensverhältnisse des Lehrers Josef Schenk (Fassion) aus dem Jahr 1851 geht nicht nur hervor, dass gerade eben wieder Reparaturarbeiten abgeschlossen wurden. Es wird auch klar, wie die Kosten für dieses Schulhaus von verschiedenen Trägern erbracht werden. Es heißt dort: Das Schulhaus und Wohnung des Lehrers, welches im Jahre 1803 neu erbaut wurde, ist mit einem Plattendach bedeckt. In gegenwärtigem Jahr sind bedeutende Reparationen vorgenommen worden.
Die Kosten der Herstellung dieser Wohnung hatten zu bestreiten nach den Angaben der älteren Fassion:
die Kirchenfabrik
die Universität Freiburg
die Grundherrschaft
die Gemeinde
Diesem Text ist aus zu entnehmen, wie man sich das Schulhaus inklusive Lehrerwohnung vorzustellen hat: Dieses Gebäude wird von der Kirchenfabrik unterhalten, das Schulzimmer aber von der Gemeinde. Dasselbe liegt an und auf einem Berge, nächst der Kirche und dem Pfarrhause. Es besteht [aus] zwei Stockwerken unter einem Plattendach.
Das Schulzimmer befindet sich im ersten Stock gegen West und umfasst die ganze Breite des Gebäudes ... Wohnzimmer, Küche, Hausgang und unter demselben ein gewölbter Keller. Im zweiten Stockwerk sind vier Kammern, wovon eine vor einigen Jahren zum Heizen eingerichtet worden. Im Dachboden ist ein Fruchtbehälter. Die übrigen Teile des Gebäudes werden zur Ökonomie benützt.
Wieder halten die Reparaturen nicht lange vor. Schon 1858 werden Mängel bei ausgeführten Bauarbeiten am Schul- und Mesnerhause festgestellt. Auch eine neue Dachrinne muss her; die Kosten belaufen sich auf 24 Gulden und 30 Kreuzer.
1884 ist es wieder so weit. Es geht diesmal um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Kinder. Das Königliche Oberamt dringt auf die Erweiterung des Schullokals, welches wohl hinreichend Sitzplätze, aber nicht hinreichend Luftraum für die dermalige Schülerzahl bietet.
Die Gemeinde bittet um Aufschub, weil mit hohen Kosten zu rechnen ist; es ist die Rede bon 3500 M. Außerdem rechnet die Gemeinde mit einer Verringerung der Schülerzahlen (35 Entlassungen, 28 Zugänge): Da die Ventilation nun ganz gut hergestellt ist und das Schulhaus eine hohe Lage hat, noch einige Jahre mit der Erweiterung warten zu dürfen. Es könnten dann die Mittel allmählich beschafft werden, ohne die Gemeindesteuer – welche gegenwärtig fast das Doppelte der Staatssteuer beträgt – all zu sehr und all zu empfindlich zu erhöhen.
Schulinspektor Stehrer bleibt in der Sache hart, zeigt sich aber verständnisbereit, was den zeitlichen Rahmen angeht: Messungen werden ergeben haben, dass der Raum der Schule in Mettenberg auch bei einer Verminderung um 7 Kinder weit hinter den gesetzlichen Vorschriften bleibt. Wenn die in Aussicht gestellte Abhilfe in wenigen Jahren wirklich ausgeführt wird, so wäre nichts einzuwenden. Das unterstrichene „wirklich“ lässt erkennen, wie viel Vertrauen der Schulinspektor in die Wahrhaftigkeit von kommunalen Prognosen hat, vor allem, wenn es ums Geld geht. Und die nachfolgenden Nachfragen und Ermahnung zeigen, wie realistisch der Schulinspektor war.
Doch neun Jahre später ist das Schulhaus erweitert und erneuert und in der Stellenbeschreibung aus dem Jahr 1893 bietet sich folgendes Bild:
Das Schulhaus mit amtlicher Wohnung und angebauten Ökonomiegelassen liegt in der Höhe des Pfarrhauses, des Gottesackers und der Kirche, ist zweigeschossig, 21,95 m lang, 7,18 m breit, hat ein Plattendach. Dasselbe wurde 1893 mit großem Kostenaufwand vergrößert und renoviert.
1. Stock, Parterre
Rechts vom Eingang ist das Schulzimmer (8,46 m lang, 7,33 m breit, 2,49 m hoch), berechnet für 60 Schulkinder; Luft von drei Seiten.
Links ist ein unheizbares Zimmer (Kammer 14,54m lang, 3,90m breit, 2,13m hoch) und die Back- und Waschküche (4,54m lang, 3,12m breit, 2,15m hoch).
Vom Hausgang aus durch eine hintere Türe gelangt man in den Schulabtritt. Teils unter dem Hausgang, teil unter dem oben genannten unbeheizten Zimmer befindet sich ein kleiner, aber guter Keller (2,75m lang, 2,10m breit)
2. Stock
Rechts ist die Küche (3,15m lang, 3,35m breit), das Wohnzimmer des Schullehrers (4,80m, 4,14m breit, 2,17m hoch), ein heizbares Nebenzimmer (5,25m lang, 3,33m breit, 2,17m hoch) und ein unheizbares Nebenzimmer (3,33m lang, 4,18m breit, 2,17m hoch). In dieses Nebenzimmer gelangt man durch Türen vom Wohnzimmer aus. Links ist eine heizbare Kammer (4,60m lang, 4,10m breit, 2,21m hoch) und eine unheizbare Kammer (4,58m lang, 3,40m breit, 2,23m hoch).
3. Stallung
Der Stall mit eingebautem Schweinestall bietet Raum für 3-4 Stück Vieh und zwei Schweine.
4. Scheuer
Dieselbe ist 7,34m lang, 3,30m breit und hat eine entsprechende Höhe. Der Schopf ist bestimmt zur Aufbewahrung von Holz und Loof (?).
Der Dachboden bietet viel Raum zur Aufbewahrung von Früchten und Holz.
Zur Schulgemeinde gehören (1893) Mettenberg, der Hochstetter Hof (1 km entfernt), die Teilgemeinde Königshofen (2,5 km entfernt). Mettenberg zählt 45 Familien mit 240 Einwohnern, 30 Werktagsschüler und 18 Sonntagsschüler, der Hochstetter Hof 2 Familien mit 12 Einwohnern, Königshofen 2 Familien mit 13 Einwohnern, 1 Werktags- und 1 Sonntagsschüler. Die Familien des Hochstetter Hofes gehören der evangelischen Konfession an und schicken ihre Kinder in die benachbarte Schule in Laupertshausen. Die Wege zu beiden Filialien sind in ordentlichem Zustand.
Die Zahl der Werktagsschüler beträgt gegenwärtig 31, die der Sonntagsschüler 19.

Angesichts der erheblichen Kosten hat der König von Württemberg ein Einsehen, greift in die Schatulle und der Gemeinde unter die Arme. Am 19. Januar 1896 lässt seine Majestät der König von Württemberg die Gemeinde wissen: Seine Majestät der König haben am 6. des Monats allergnädigst geruht, der Gemeinde Mettenberg zu den Kosten der Vergrößerung des Schulhauses einen Staatsbeitrag von 600 M zu bewilligen.

Der Gemeinderat befasst sich 1912 mit Gerüchen und stellt fest: Im letzten Hauptschulbericht ist über die Wohnung des ständigen Lehrers in Mettenberg gesagt, die Wohnräume seien sehr nieder, Küche und Keller seien sehr klein und es verbreiten die in der Lehrerwohnung eingebauten Schüleraborte üble, der Gesundheit schädliche Gerüche.Erst einmal geht die Angelegenheit aus wie das Hornberger Schießen. Auf Grund vorstehender Äußerungen können sich die bürgerlichen Kollegien weder zu einem Umbau des Schulhauses noch für vorsehen von Mittel zu einem Neubau entschließen.
Aber wieder einmal zeigt sich das Schulhaus als Sorgenkind, das einfach nicht auf den jeweils aktuellen Stand der Zeit zu bringen ist.
Nach einigen kleineren Reparaturen wird mit der ansehenden Neubesetzung der Stelle im Jahr 1930 wieder einmal eine Mängelliste zusammengestellt: Die Lehrerwohnung bedarf dringend einer umfassenden wieder in Standsetzung. Es sollten sämtliche Fenster und Türen innen und außen, die Bretterverschläge (Abort), Küchenfenster mit Ölfarbe gestrichen werden.
Mit Leimfarbe sollen instand gesetzt werden die Decken der Zimmer No6Z8, die Wände und Decken der Zimmer No9 und Küche, Hausflur und Treppenaufgang. Die Zimmer No 6, 7, 8 müssen tapeziert werden.
Maurerarbeit: Das Zimmer No10 soll ganz gegipst werden. (...) Das Dach muss angesehen werden (...)
Die Küche bedarf eines neuen Schüttsteins (...)
Der Gartenzaun im Gemüsegarten muss erneuert werden.

Insgesamt findet man eine lange und detaillierte Liste, die die Vermutung nahe legt, dass die Lehrerwohnung in einem ausgesprochen schlechten Zustand ist. Und der neue Lehrer Hummler merkt im Nachhinein mit Rot an, was alles nicht stattgefunden hat.
Nicht nur die Lehrerwohnung, auch das Schulzimmer zeigt Abnutzungserscheinungen.
Der Ortsschulrat hält die Erneuerung des Schulbodens für dringend nötig und befürwortet die Anschaffung neuer Schulbänke. Der Gemeinderat ist zu ersuchen, im kommenden Jahr wenigstens den Schulboden zu erneuern. Das wird im Jahr 1933 festgehalten.

Und die Verhältnisse werden nicht besser, wie 1941 vom Bezirksschulamt bemängelt wird.
Im Ortsschulratsprotokoll von 1949 findet man den ersten Anlauf für einen Schulhausneubau. Nur knapp scheitert das Unternehmen: Im Jahre 1949 wurde die Scheuer des Schulhauses ausgebaut (Rathaus und Wohnung unter Dach). Aus diesem Anlass kam die Frage eines Schulhaus-Neubaus wieder zur Sprache. Der Gemeinderat nahm in verschiedenen Sitzungen zum Problem Stellung. Von 8 Gemeinderäten stimmten 4 für und 4 gegen einen Neubau. Der Bürgermeister, dessen Entscheid entscheidend war, schloss sich den Gegnern des Neubaus an, wodurch die Lösung der Schulfrage auf unbestimmte Zeit vertagt wurde.

Schließlich treiben die Verhältnisse auf einen Punkt zu, wo mit Ausflicken, Verbessern und Reparaturen nichts Vernünftiges mehr auszurichten ist und der örtliche Schulrat berichtet im Jahr 1962: Durch die unzulänglichen Realverhältnisse der Schule und der Lehrerdienstwohnung wird eine Neuordnung der hiesigen Schulverhältnisse erforderlich. Der Gemeinderat hat daher den Schulneubau und die Erstellung einer Lehrerdienstwohnung ins Auge gefasst. Der hierzu erforderliche Platz wurde von der Gemeinde bereits erworben. Die Lehrerdienstwohnung befindet sich augenblicklich in einem Zustand, der eine grundlegende Renovierung im Fall der Wiederbesetzung notwendig macht. Das würde jedoch für die Gemeinde eine so große finanzielle Belastung bedeuten, wie sie in Anbetracht der auf sie zukommenden Schullasten nicht tragbar ist. Auch ist einer Lehrperson bei der Wiederbesetzung nicht zumutbar, dass sie erst die alte Dienstwohnung einrichtet, um nach kurzer Zeit die Einrichtung der neuen Dienstwohnung auf sich zu nehmen.
Ortsschulrat und Gemeinderat halten daher den Zeitpunkt für die Ausschreibung der hiesigen Lehrstelle für nicht gegeben. Sie ersuchen deshalb die zuständigen Behörden, Ausschreibung und Wiederbesetzung so lange auszusetzen, bis der Neubau sichtbare Formen angenommen hat.

Beschlossen wird 1963 vom Gemeinderat der Neubau eines Schulhauses und einer Dienstwohnung am Ortsrand auf der grünen Wiese.


Das gegenwärtige Schulhaus
Im Juli 1966 wird der Neubau der Volksschule mit Lehrerdienstwohnung abgeschlossen und die feierliche Einweihung steht an. Der Zeitung berichtet vom Lob für den Architekten: Es sei eine Schule gebaut worden, die den Anforderungen der modernen Zeit voll entspreche. Die Einteilung sei sehr zweckmäßig, und von den hellen, freundlichen Schulräumen gehe eine heimelige Wärme aus. Mit Begeisterung würden hier die Kinder zur Schule gehen. Geglückt sei auch die gute Verbindung der Gesamtanlage zur umgebenden Landschaft.
Bei der Beschreibung des Neubaus wird deutlich, dass sich bis heute einiges, aber nicht allzu viel geändert hat: Die Gesamtanlage sieht neben dem bis heute erstellten Schul- und Lehrerwohnhaus noch eine Turnhalle vor. Von Anfang an war es der beherrschende Gedanke, in diesem neuen Siedlungsgebiet eine Schule zu planen, die dem ländlichen Charakter der Umgebung entspricht. So wurden die einzelnen Baukörper, Schule, Turnhalle und Lehrerwohnhaus um einen zentralen, höhergelegenen Hof gruppiert. Das Schul- und Lehrerwohnhaus zeigen sich zum Schulhof hin eingeschossig und talseitig zweigeschossig. Die Gebäude selber sind in ihren Dimensionen maßstäblich und zurückhaltend. Auf jede falsche Repräsentation wurde bewusst verzichtet. Dies bestimmte auch die Auswahl der einzelnen Materialien, insbesondere auch die Verwendung von Holz, welches mit dem Weiß der Wände die ländliche Schulstube unterstreicht und außerdem durch die Alterung von Jahr zu Jahr noch schöner wird und kaum einer Pflege bedarf. Bei der äußeren Gestaltung wurde die Dachkonstruktion bewusst durch verschalen mit dunklen Eternit-Schindeln zum Ausdruck gebracht. Das Bauwerk mit dem großzügigen Pausenhof wird noch durch entsprechende Grünanlagen in das ländliche Landschaftsbild miteinbezogen.
Inzwischen ist das Dach neu gestaltet und durch eine Blechkonstruktion ersetzt worden. Die Räume und Türen sind hell und bunt gestrichen worden. Die Turnhalle steht mittlerweile auch, während aus dem Lehrerwohnhaus das Gemeinschaftshaus geworden ist.


2.4 Nutzung des Schulhauses
Ein Schulhaus ist für Schule und Unterricht vorgesehen, Klassenräume sind dazu da, um angemessen Unterricht zu erteilen. Doch immer wieder kommt es zu zusätzlichen Nutzungen von Räumen, nicht immer ganz ohne Konflikte verläuft
Beispielsweise finden 1920 die Proben des Kirchenchors in der Schule statt. Bisher wurde von der politischen Gemeinde der Kirchengemeinde das Schullokal für den Kirchenchor zu Gesangsproben samt Beleuchtung und Heizung an zwei Werktagen bzw. jeweils an Sonntagen zur Verfügung gestellt.
Der Gemeinderat hat beschlossen: Es wird wie bisher das Schullokal für die Gesangsproben des Kirchenchors samt Beleuchtung und Heizung zur Verfügung gestellt.
Bis zum Jahr 2002 probt der Kirchenchor in einem Klassenzimmer des gegenwärtigen Schulhauses. Hohe Schülerzahlen führen in diesem Jahr zu Einrichtung einer zusätzlichen Klasse. Der dadurch notwendige Ausbau eines Kellerraums zu einem modernen Klassenzimmer beendet die Anwesenheit des Kirchenchors im Schulhaus.
Lange Zeit finden die Proben des Musikvereins ausschließlich in Schulräumen statt. Erst das Freiwerden der Lehrerwohnung und der Umbau in ein Gemeinschaftshaus schafft wirklich Platz für den Musikverein.
Außerdem treffen sich die „Flachsbauern“ seit 1979 in einem sonst wenig genutzten Klassenzimmer und lagern ihre Kostüme und sonstige Gegenstände im Keller der Schule; mittlerweile ist dafür im Keller ein gesonderter Raum ausgewiesen.
Nach Kündigung des Schulverbundes, der eine Zusammenarbeit zwischen Mettenberg und Laupertshausen regelte, wird die Grundschule Mettenberg seit dem Schuljahr 2006/2007 als eigenständige Schule mit vier Klassen zu betrieben.
Es fehlt allerdings mindestens ein Raum zum Töpfern, Basteln, Drucken, Werken, Backen, Kochen und dergleichen mehr, was ja unbestreitbar zu Schule und Unterricht in der Jetztzeit gehört. Statt dessen ist eine zeitweise Nutzung von Räumen im Vereinshaus organisiert.
Mettenberg hat also eine Schule, in und an der es weiterhin etwas zu tun und zu verändern gibt. Ein wichtiger Schritt in dieser Richtung wurde 2007 durch Umbau und Erweiterung getan. Die Klozugänge sind jetzt innerhalb des Schulhauses, es wurden erfolgreiche Maßnahmen zur Geräuschdämmerung unternommen und es wurde ein Computer-Fachraum eingerichtet.




 

3. Von den Lehrkräften

Im Folgenden sind die Namen der Lehrkräfte genannt, die länger in Mettenberg Unterricht erteilt haben bzw. in den letzten 40 Jahren die Grundschule geleitet haben. Dabei fehlen natürlich ungezählte nachweisbare oder nicht beneannte Lehrerinnen und Lehrern, die als Stellvertreter und als Aushilfe in Übergangszeiten tätig waren.




 

Josef Schenk (1842-1872)
Nachdem in Jahr 1840 der Tod des Lehrers Weber verzeichnet wurde, tritt im Jahr 1842 der Lehrer Josef Schenk den Dienst in Mettenberg an. Am 6. August 1842 werden der Schullehrer Josef Schenk und seine Braut Elisabeth Lick von Mittelbiberach als Bürger in Mettenberg auf- und angenommen. Damit betritt ein Mann die Bühne, der für Schule und Gemeindeleben Mettenberg im 19. Jahrhundert ganz erhebliche Bedeutung hat, bis er am 2. Januar 1872 stirbt.
Schenk ist er der letzte Lehrer, der seine bescheidenen Einkommensverhältnisse noch selbst mit der Gemeinde regeln muss. Im Jahr 1851 legt er die erste und zweite Zusammenstellung seiner Einkommensquellen vor und schlägt entsprechende Beträge vor; das nennt man eine Fassion. Deutlich wird dabei, wie gering sein Einkommen ist. Neben freier Wohnung hat er als Lehrer einige Äcker, Felder, Kapitalerträge und Auszahlungen aus der Gemeindekasse zu erwarten; all das beläuft sich auf einen Betrag von insgesamt 175 Gulden und 24 Kreuzer. Durch die Mesnertätigkeit erhöht sich das Gesamteinkommen auf 253 Gulden und 17 Kreuzer; auch mit unregelmäßigen Erträgen aus seiner Organistentätigkeit bleibt sein Gesamteinkommen immer noch unter 300 Gulden. Damit war die Schulstelle in Mettenberg durchschnittlich schlecht bezahlt; denn im Landesdurchschnitt hatte ein Schulmeister damals ein Einkommen von etwa 250 Gulden. Nur zum Vergleich: Im gleichen Jahr wurden einige vakante Pfarrerstellen ausgeschrieben und die dort angebotenen Einkommen lagen zwischen 1100 und 1200 Gulden. Kein Wunder also, dass aber auch um jeden kleinen Betrag gerungen wird.
Beispiel 1: Am 17. April 1843 wird in den Akten vermerkt: 180 Schafe wurden auf der Wiese des Schullehrers Schenk angetroffen. Dem wurde darauf hin ein Schadenersatz von 2 Gulden und 42 Kreuzern zugestanden.
Beispiel 2: Die Gemeinde möchte 50 Gulden Zins zur Erhaltung des Brunnens, der zum Schulhaus gehört. Schenks Reaktion: Ich kann mit dem Zins von 50 Gulden zur Erhalten des Brunnens nicht zufrieden sein. 1865 schlägt die Schulbehörde dann vor: Bezüglich der Unterhaltung des Brunnens wird bemerkt, dass für Unterhaltungsaufwand zu Zeiten, wo der Brunnen des Lehrers wegen Wassermangels der allgemeinen Benützung überlassen ist, ohne Weiteres die Gemeinde einstehen sollte, da sonst Misshelligkeiten nicht wohl zu vermeiden sind.
Und natürlich hält Schenk nach weiteren Einkünften Ausschau. Unter anderem verdient er etwas hinzu, indem er sich um den Aufbau und die Einrichtung einer Musikkapelle kümmert. Das macht er mit Kenntnis und Ausdauer. Es lässt sich anhand von Dokumenten nachweisen, dass er Instrumente und Noten bestellte und in Zweifelsfall auch selber für deren Transport sorgte.
Die Zeiten sind schlecht und da ergeben sich schon erhebliche Sorgen, wenn jemand aus der Musikkapelle samt Instrument wegzieht, wenn ein Instrument gestohlen wird oder nicht mehr funktionsfähig ist. All das ist in Akten nachzulesen und ausgesprochen spannend und unterhaltend.




 

Lukas Huber (1872-1893)
Am 2. Januar 1872 stirbt Josef Schenk und der königlich katholische Kirchenrat schreibt an das gemeinschaftliche Oberamt in Schulsachen Biberach, dass vor einer Neubesetzung der Stelle Renovationen am Schulhaus erforderlich sind. Dann geht es sehr schnell: Der Schul-, Mesner- und Organistendienst in Mettenberg, welcher neben freier Wohnung einen pensionsberechtigten Gehalt von 480 Gulden gewährt, ist unter dem heutigen Datum dem Schulmeister Lukas Huber in Beizhofen mit der Weisung zum Dienstantritt am 15. des Monats(Oktober) übertragen worden. Lukas Huber – einigen Dokumenten auch Julian Huber genannt, wird 1823 in Hauerz bei Leutkirch geboren.
In seiner Dienstzeit werden die Einkommensverhältnisse verbessert und allgemein geregelt, so dass die ihm zustehenden Äcker, Wiesen und Waldstücke in auszuzahlende Geldbeträge umgerechnet und ausgezahlt werden. Das liest sich dann so:

Gemeinde Mettenberg, Oberamt und Schulinspektorat Biberach:
Nachweis über den Vollzug des Gesetzes vom 22. Januar 1874, betreffend die Erhöhung des Gehaltes der Lehrer an Volksschulen
Das Ganze ist dargestellt als eine Tabelle mit 14 Spalten, hier untereinander wiedergegeben:
1. Schulort: Mettenberg
2. Zahl der ortsanwesenden Einwohner nach der Zählung vom 1. Dezember 1871: 264
3. Gegenwärtige Schülerzahl: 36
4. Die einzelnen Lehrstellen a) ständig b) unständig: a.1, b.0
5. Dermalige Schülerzahl der einzelnen Lehrer: 36
6. Mindesbetrag des Gehalts bzw. Durchschnittsgehalt nach dem Gesetz vom 18. April 1872: 480 Gulden
7. Ordentlicher Gehalt nach dem Gesetzt vom 5. Juli 1873
a) Naturalien und Güter: 188fl35
b) in Geld: 291fl5
c) im Ganzen 480fl
8. Überschuss über den gesetzlichen Mindestbetrag: 0
9. Aufzubessernder Geldgehalt: 291fl 5x
10. Betrag der Aufbesserung: 48fl 30x
11. Neues Einkommen vom 1. Juli 1873 an: 528 fl 30x
12. Belohnung für den Abteilungsunterricht in Wochenstunden a) bisher: 0 b) vom Sommerhalbjahr 1873 an: 0
13. Tag des Beschlusses der örtlichen Kollegien: 3. Februar 1874, 8. Februar 1874
14. Bemerkungen: Den Betrag pro 1. Juli – 31. Dezember 1873 mit 24fl 15 x empfangen zu haben, bescheinigt Lehrer Huber.




 

Josef Nießer (1893-1905)
Der katholische Schul-, Mesner- und Organistendienst in Mettenberg, welcher neben freier Wohnung einen pensionsberechtigten Gehalt vom 910M 21P gewährt, ist unter dem heutigen Datum dem Schullehrer Nießer in Oberstetten mit der Weisung zum Dienstantritt am 3. April 1894 übertragen worden, wovon das gemeinschaftliche Oberamt behufs der Eröffnung an die Ortsbehörde in Kenntnis gesetzt wird.
Zugleich erhält das Schulinspektorat den Auftrag, den ernannten auf seine früheren Dienstpflichten hinzuweisen und die Urkunde hierüber mit der Anzeige von dem erfolgten Dienstantritt hierher vorzulegen.
Der Übergang ins neue Jahrhundert ist wenig dokumentiert, über Nießer wenig bekannt.




 

Franz Josef Eyberger (1906-1929)
Nachdem die Trennung von Schul- und Kirchendienst gesetzlich vollzogen war, hat Eyberger noch den einen oder anderen Strauß auszufechten mit dem örtlichen Pfarrer.
1925 geht es um Versehgänge. Der Fall: „Am 22. Dezember wurde der Ortsgeistliche unmittelbar nach dem Gottesdienst (8 Uhr zu Beginn der Schulzeit) zu einer schwer erkrankten und inzwischen verstorbenen Person zum Versehen gerufen. Hierzu wurde ein Ministrant, der schulpflichtige 13jährige Franz Beck, wie es bisher üblich war, mitgenommen. Tags drauf erklärten die Ministranten dem Ortsgeistlichen, sie dürften nicht mehr mitgehen bei den Versehgängen, so sei von dem Lehrer, der in der Schule geschimpft habe, gesagt worden. (…) Der Versehgang dauert gewöhnlich etwa 15-20 Minuten, abwechslungsweise wird ein Ministrant im Jahre 3-4mal, wie es in sehr vielen kath. Gemeinden üblich ist und ohne Anstand geschieht, mitgenommen zum Tragen der Versehlaterne und zum Beten der Ministrantengebete (… Es) ist nicht leicht möglich, hierzu sonst jemand zu bekommen; bisher wurde jedem Kind anstandslos selbst bei deutungslosen Anlässen Schulurlaub gewährt und viel längeren Zeit.“ Also sollen die alten Verhältnisse beibehalten werden und der Pfarrer jederzeit ohne Nachfrage und Information Zugriff auf seine Ministranten während der Schulzeit haben. Das in dieser Sache angefragte katholische Bezirksamt reagiert kühl und stellt Punkt für Punkt klar:
1. Es wurde Missbrauch getrieben mit dem Dispens vom Unterricht, deshalb war „die Zurechtweisung durch den Klassenlehrer vollauf berechtigt.“
2. Der Dispens wurde nicht beantragt, das entspricht nicht den Vorschriften.
3. „Im Schulgesetzt ist nirgends die Rede von einer Art Generalurlaub, um den hier nachgesucht wird.“
4. Versehgänge sind vorhersehbar und deswegen auch mit Erwachsenen zu organisieren, „zumal diese Dienstleistungen gut bezahlt werden (50 Pf. pro Haus).“
Schließlich wird angeregt, sich friedlich zu einigen und nicht die nächste Instanz anzurufen; doch genau das geschieht, es wird der katholische Oberschulrat mit der gleichen Bitte angegangen. Es wird noch einmal nachgehakt und die einzelnen Punkte werden kommentiert; doch die Bereitschaft von Eyberger, für solche und ähnliche Fälle in Zukunft auf Anfrage Dispens zu gewähren, leitet friedlichere Verhältnisse ein. Dann am 5. Februar 1926 tritt der Ortsschulrat den geordneten Rückzug an und stellt fest: Die Dispensgesuche der Ministranten bei Versehgängen unddie Zurückziehung der Vorlage des Ortsschulrats Mettenberg vom 29. Dezember 1925 an den katholischen OberschulratNachdem Oberlehrer Eyberger erklärt hat, dass er auf jedesmaliges Ansuchen Dispens zu Versehgängen gibt, wird beschlossen, die Vorlage an den katholischen Oberschulrat zurückzuziehen.




 
 

Remigius Hummler (1930-1962)
Nachdem eine Zeitlang der Schulpraktikant Josef Geissinger aus Oberkochen (Aalen) und als Stellvertreter für den erkrankten Eyberger Franz Kräutle aus Eybach (Geislingen) die Schulstelle in Mettenberg versehen haben, übernimmt am 15.11.1930 Remigius Hummler aus Münzdorf (Münsingen) die Stelle.
Die Zeit des Nationalsozialismus und den anschließenden Neuanfang bewältigt Hummler offensichtlich behutsam und mit Augenmaß. Berichtet wird, dass ein Nazi-Funktionär darauf dringt, das Kreuz in Klassenzimmer abzuhängen und durch das Bilder des Führers zu ersetzen. Das lehnt Hummler ab und fordert dazu auf, das dann doch selber zu tun. Die Lösung, die gefunden wird: Das Kreuz bleibt hängen und das Bild des Führers bekommt daneben einen Platz.
Und nach dem Krieg tut sich viel in der kleinen Schule in Mettenberg, in der die Klassen 1-8 gemeinsam unterrichtet werden: 1945-1947 findet man im Tagebuch „Französisch“ statt „Nationalpolitischer Unterricht“, von
le jour bis la foire; 1951, 10. September: Belehrung über Waffen- und MunitionsfundeDazwischen weitere Bemerkungen im Klassentagebuch: Erstaunlich viele Filme kommen zum Einsatz, Wandertag zur Pumpstation in Warthausen, Ausflüge zum Bussen, nach Zwiefalten und Riedlingen, nach Salem und nach Meersburg, Verfassungsfeier von Baden-Württemberg, Kriegsgräberfürsorge, amtsärztliche Untersuchungen, Röntgen, Feiern, Theodor Heuß wird 70 (1954), Schulaufnahmen und Beerdigungen, Albert Schweitzer wird 80 (1955), ein Lehrer Thoma übernimmt die Vertretung für den erkrankten Hummer (1955), H. Albinger tritt als Praktikant in die Schule ein (1955), wie vor ihm Erwin Blum (1952) und nach ihm Josef Erath (1956), Bezirksschulversammlung in Biberach, Gedenktage, Radfahrprüfung in Warthausen, Probearbeiten, Heuferien, wiederkehrende Berufsberatungen, Schlittschuhpartien, Tag der Einheit.
1965 wird Hummler als Konrektor der Braith-Grundschule in Biberach in den Ruhestand verabschiedet. Zum Abschied von Mettenberg bekommt er eine Sammlung von Texten und Linolschnitten der Schüler.




 
 

Josef Erath (1962-1964)
In seine Zeit fällt ein Schulentwicklungsplan, in dem die Einführung der Hauptschule zum Thema wird. Bevor er 1964 als Schulleiter nach Reute beim Mittelbiberach geht, sorgt er in Geschichte und Erdkunde für eine neue Grundausstattung und setzt neue Unterrichtsformen und –ideen um, wie beispielsweise ein Indianer-Projekt, damals noch in der Kiesgrube, wo heute der Friedhof ist.




 
 

Dr. Kurt Alber (1964-1966)
Über die Zeit von und mit Dr. Kurt Alber ist wenig bekannt und dokumentiert. Er spielt bei der Einweihung des neuen Schulhauses 1966 noch Violine und wird dann bald nach Ummendorf versetzt.




 
 

Sebastian Haug (1966-1978)
Am 12. Dezember übernimmt Oberlehrer Haug, bisher in Oberstetten, die Schule. Dr. Alber wird nach Ummendorf, Hauptlehrer Mattes nach Reinstetten versetzt.
Die Oberstufe der Schule wird im neuen Schuljahr von der Malischule in Biberach übernommen. Mettenberg wird vorläufig mit den Schuljahren 1-4 einklassig geführt. Damit ist der Anfang in der neu erbauten Grundschule gemacht.
Auch hier findet man in den Folgejahren ein buntes Vielerlei: Mehrmalige, eingehende Ermahnung der Kinder, sich auf der Straße klüger zu verhalten, gründliche Belehrung über die Gefahren der Tollwut, da auf der Gemarkung ein toter, tollwütiger Fuchs gefunden wurde, Jahresausflug zur Mainau, Entlassung der Viertklässler an die Malischule, Lehrer Haug für 3 ½ Tage erkrankt, Umzug des Lehrers nach Laupertshausen, Einschulungen jeweils am Mittwoch, Elternversammlung (Tagesordnung: Information der Eltern über die Lage der einklassigen Grundschulen mit dem Vorschlag, zwischen Mettenberg und Laupertshausen eine ausgebaute, einzügige Grundschule zu bilden. Außer einer ziemlich positiv verlaufenden Aussprache darüber wurde eine Abstimmung darüber auf eine weitere Elternversammlung vertagt) Weihnachtsfeier entfällt wegen Krankheit des Lehrers leider.




 
 

Dieter Mattes (1979-2001)
Seine mehr als 20jährige Dienstzeit in Mettenberg ist unter anderem geprägt durch einen Schulvertrag, der die gemeinsame Beschulung der Kinder aus Mettenberg, Laupertshausen, Ellmannsweiler und Schnaitbach vorsieht. Genutzt werden dazu die Schulhäuser in Mettenberg, geleitet von Mattes, und in Laupertshausen, geleitet von Przybilla. Die Formen der Zusammenarbeit wechseln im Lauf der Zeit.
Auch der Beginn der Flachsbauergruppe fällt in diesen Zeitraum; damit kann sich Mettenberg angemessen am Biberacher Schützenfest beteiligen.
Ein Schwerpunkt seines Schaffens und Bemühens liegt in einer ausgeprägten Vorstellung von Ganzheitlichkeit und Naturnähe in Schule und Unterricht. Wichtig ist ihm, dass die Kinder über die Dinge hinaus denken und „vom Wunder der Welt erfasst werden“ (Ernst Jünger).
Im musischen Bereich setzt er jahrelang mit seinem Schulchor Akzente und stärkt die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gemeinden, aus denen die Kinder kommen.




 
 

Dr. Helge Weinrebe (2001-2009)
Das Schuljahr 2001/2002 startet unter neuer Leitung, Dr. Helge Weinrebe heißt der Schulleiter, der zusammen mit den Lehrerinnen Asp und Kaufmann zwei Klassen zu betreuen hat.
Neue Akzente werden gesetzt, intensive Leseförderung der Kinder ist angesagt, vielfältige Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und der Elternschaft wird angestrebt, und der Computer hält in großer Zahl Einzug in Schulhaus und Unterricht.
Im Schuljahr 2004/2005 beschließen der Ortschaftsrat in Laupertshausen und der Gemeinderat in Maselheim die Beendigung des Schulverbunds. Seit dem Schuljahr 2006/2007 ist die Grundschule Mettenberg eine eigenständige, einzügige Schule, die ausschließlich Kinder aus Mettenberg beschult.
2009 beendet Dr. Weinrebe seite Tätigkeit als Schulleiter.




 
 

Denise Lizano (ab 2009)
Als "Chef der Mettenberger Bande" startet Denise Lizano ab dem 5.März 2010 endlich offiziell in das Amt der Schulleiterin.
Die "Neue" ist Kindern und Eltern bereits bestens bekannt, ist sie doch schon seit 2005 als Lehrerin in Mettenberg tätig.
Ihr wichtigstes Ziel:
Die Grundschule Mettenberg muss trotz sinkender Schülerzahlen erhalten bleiben.




 

4. Dies und das

Von verschiedenerlei gesittetem Betragen (Pfarrer Buschle 1828)
Der sittliche und religiöse Zustand der dahiesigen Einwohner ist so beschaffen, dass es wohl noch besser sein dürfte. Die Nähe der paritätischen Stadt Biberach bietet Anlässe und Gelegenheiten für die Jugend Mettenbergs zu vielen Ausschweifungen, denen durch den Kirchenkonvent nicht immer Einhalt gethan werden kann. Ein höfliches, artiges und gesittetes Betragen, so sehr ich während meines Aufenthalts von bereits 8 vollen Jahren darauf mit allem Ernste in der Sonn- und Werktagsschule gedrungen bin, habe ich umsonst erwartet. Was in der Schule gut gemacht wurde, ist gar bald wieder durch böse Umgebungen bey Spiel- und Trinkgelagen in der Stadt, bey denen sich die hiesigen jungen Leute so gern nach geendigtem Gottesdienst einfinden, verdorben worden. Übrigens muss noch bemerkt werden, dass die Häuslichkeit, diese schöne Tugend, dahier zu Hause ist. Wo immer ein Erwerb in der Umgegend zu machen, oder Verdienst zu finden ist, findet sich jung und alt dazu ein, u. leihet seine Kräfte her.

Von verschiedenerlei Brezeln (Gemeinderatsbeschluss vom 12. Mai 1912)
Bisher war es üblich, dass anlässlich der ordentlichen Schulprüfungen Brezeln an die Ortsschulratsmitglieder, Schulkinder, Fortbildungsschüler und nichtschulpflichtige von der Gemeinde verabreicht wurden.
Es soll nun über die Beibehaltung dieses herkömmlichen Brauches Beschluss gefasst werden und kommt der Gemeinderat zu folgend Beschluss:
Es soll auch künftig anlässlich der ordentlichen Schulprüfung, welche alle zwei Jahre statt findet, Brezeln verabreicht werden, und zwar:
- an die Ortsschulratsmitglieder je 3 Stück à 12 Pf
- an die Schulkinder einschließlich der Fortbildungsschüler je 1 Stück à 10 Pf
- an alle nicht schulpflichtigen Kinder, welche Brezeln selbst abholen können je 1 Stück à 6 Pf.
Bleibt zu fragen, wie die verschieden bezahlen Brezeln ausgesehen und sich berechnet haben.

Von verschiedenerlei Verfehlungen (Zeugnisbuch von Eyberger)
1911 gibt es diesen Vermerk: Vinzenz Zeller erhielt nicht die volle Sittennote wegen eines Diebstahls, den er im Uhlmannschen Hause begangen hatte. Der Lehrer hat dies von glaubwürdigen Personen erfahren. Ansonsten gab es jeweils für alle Schüler ein „Sehr gut“ in Fleiß und Sitten.
1915 gibt es zwei Mal diesen Vermerk: Sittennote nur „gt“ wegen Schreiben einer Liebeskarte an eine männliche Person.
1917 gibt es diesen Vermerk für Karl Gerster, Sohn eines Wirts: Hat die volle Sittennote nicht erhalten wegen Aufreizung der Schüler und öffentl. Ärgernis für dieselben.
1936 beginnen kurze Beurteilungstexte über die einzelnen Schüler an Stelle der Kategorien Fleiß, Sitten und Schulbesuch. Beispiele: Frisch, energisch und zäh, charakterlich zuverlässig, weist erfreulich gute Leistungen auf
Bei den Fortbildungsschülern 1915 finden sich diese Vermerke:
Hensinger [Söldner in Äpfingen] erhielt die volle Sittennote nicht wegen schwerer sittlicher Verfehlungen (Beihilfe beim Fensterln). Er ist auch polizeilich vorbestraft.
Köble [im Dienste bei Franz Schmid] erhielt nicht die volle Sittennote wegen polizeilicher Vorbestrafung.
Lutz erhielt nicht die volle Sittennote wegen öffentlichen Ärgernis (Respektloses Benehmen bei einem Versehgang)
Die Verminderung der Sittennote ist in allen drei Fällen begründet durch einen Antrag des Pfarrers. Die Trennung von Schule und Kirche ist einkommens- und arbeitstechnisch vollzogen, aber man bleibt im Gespräch.

Von verschiedenerlei Zahlen (Ortsschulratsprotokolle)
14. Mai 1922: Die Verhandlung betrifft den Abteilungsunterricht. Beschluss: Der Abteilungsunterricht mit 34 Wochenstunden wird weitergeführt. Die Schülerzahl beträgt 50.
25. Mai 1923: Die Verhandlung betrifft den Abteilungsunterricht. Beschluss: Der Abteilungsunterricht mit 34 Wochenstunden wird weitergeführt. Die Schülerzahl beträgt 48.
22. April 1955: Der Vorsitzende berichtet zunächst über die Bewegung der Schülerzahl in den vergangenen 10 Jahren. Den Höchststand erzielte die Schule 1950 mit 63 Schülern. Die Schülerzahl gleitet allmählich ab und erreicht zur Zeit mit 27 Schülern ihren Tiefststand: Oberklasse zählt 20, die Unterklasse nur 7 Schüler und zwar 21 kath. und 6 evang.
Infolge der geringen Zahl der Schülerinnen in der Unterklasse (4. Schuljahr: 2 und 3. Schuljahr: 2) ist eine Kürzung der Handarbeitsstunden für die Unterklasse von wöchentlich 3 auf 2 Stunden angebracht. Das Bezirksschulamt ist um sein Einvernehmen zu ersuchen.

Von verschiedenerlei Ansichten (Ortsschulratsprotokoll, 26. Juli 1926)
Die Verhandlung betrifft die Einführung des 8. Schuljahrs. Der Ortsschulrat hat die Gründe für und wider das 8. Schuljahr besprochen und kam zu folgender Entschließung:
1. Die Notwendigkeit zur Einführung des 8. Schuljahrs halten wir nicht für erwiesen, eine Ansicht, die auch hoch angesehene Schulmänner mit uns teilen.
2. Die allgemeine Lage, zumal in der Landwirtschaft, ist eine sehr ernste. Eine weitere finanzielle Belastung halten wir bei der heutigen Lage für untragbar. Eine solche Belastung ist aber nach unserer vollen Überzeugung unausbleiblich auch für unsere Gemeinde bei der Einführung des 8. Schuljahrs in absehbarer kurzer Zeit, in einer Zeit, wo die allernotwendigsten Bedürfnisse nicht befriedigt werden können.
3. Die Landwirtschaft treibenden Eltern brauchen notwendig ihre Kinder zum landwirtschaftlichen Betrieb. Die Verlängerung der Schulzeit würde diese Eltern sehr belasten bei der gegenwärtigen Not an landwirtschaftlichen Arbeitern.

Von verschiedenerlei Geschlechtern (Ortsschulratsprotokoll 21. Dezember 1927)
Heute wurde in der Volks-, Fortbildungs- und Sonntagsschule die Hauptprüfung abgehalten, an der sämtliche jetzt amtierenden Mitglieder teilgenommen haben.
Die Hauptprüfung hat ergeben, dass fleißig und mit Erfolg gearbeitet wurde. Oberlehrer Eyberger wurde Dank und Anerkennung ausgesprochen.
Herr Schulrat wünscht, dass dem Rechnen wegen seiner großen Bedeutung fürs spätere Leben besondere Aufmerksamkeit geschenkt werde.
Da in der Schule Knaben und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden, müsste besonders darauf geachtet werden, dass das sittliche Verhalten nicht gefährdet wird.
An Lehrmitteln sind dringend notwendig und sollten deswegen sobald als möglich beschafft werden: Eine physikalische Karte von Deutschland, ein Regenmesser und die notwendigen Apparate für Chemie.

Von verschiedenerlei Reinlichkeitsvorstellungen (Ortsschulratsprotokoll 19. September 1935)
Heute wurde an der Volksschule die Hauptprüfung abgehalten. Der Ortsschulrat war vollständig anwesend. Der Prüfende war mit den Leistungen der Schüler und der Schulzucht voll zufrieden und gab der Umsicht und dem Fleiß des Lehrers volle Anerkennung. Bemerkungen von Seiten des Ortsschulrats wurden nicht vorgebracht.
Dagegen verlangte Schulrat Hörmann, dass die Schulreinigung täglich erfolgen müsste; denn eine nur zweimalige wöchentliche Reinigung des Schulzimmers ist aus gesundheitlichen und erzieherischen Gründen unzureichend und ungesetzlich.
Der Ortsschulrat beschließt, für eine tägliche Reinigung der Schule die nötigen Schritte bei der Gemeindeverwaltung zu unternehmen.